SIT-Suchthilfe

Team

Aufbau eines Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) in Lviv/Ukraine am Beispiel der Einrichtung des Sozialpädiatrischen Zentrums - Helios-Klinikum Erfurt

Allgemeine Ausgangssituation


Folgende Ergebnisse in der langjährigen Zusammenarbeit wurden seit 1995 erzielt:

  • Das Präventionsbüros „impuls“ der SiT- Suchthilfe in Thüringen führt seit 1996 erfolgreich Seminarreihen zu verschieden sozialen Themen in Lviv/Ukraine durch. So wurden z.B. Fortbildungsreihen oder eine Kampagne zur Prävention des Alkoholmissbrauchs für ukrainische Fachkräfte zum Ausbau sozialer Strukturen innerhalb staatlicher und nichtstaatlicher Strukturen angeboten.


Das Büro „impuls“ kann eine gute Basis einer kooperativen Zusammenarbeit mit staatlichen und nichtstaatlichen Strukturen verzeichnen. Nach vielen Jahren der Arbeit vor Ort in Lviv haben wir einen Stamm von Fachkräften ausgebildet und eine politische Lobby für unsere Arbeit gewonnen, so dass jetzt konkrete Maßnahmen greifen können. So existieren zwei Kooperationsverträge mit der Erfurter Fachhochschule, der Lviver Universität sowie der Universität Sambir/ Ukraine.

  • Parallel dazu entwickelte sich der Gedanke, ein Sozialpädiatrisches Zentrum in Lviv aufzubauen. Die entsprechenden Fachkräfte nahmen an allen Fortbildungen teil, die durch Mitarbeiter des Erfurter SPZ, der Montessorischule, des Montessorikindergartens und durch Elternvertreter des Vereins für ca. 80 ukrainische ÄrztInnen, PsychologInnen, TherapeutInnen, MitarbeiterInnen des Sozialwesens und der Gesundheitsverwaltung sowohl in Lviv als auch in Erfurt angeboten wurden.
  • Eine Fachkraft aus Lviv erhielt die Möglichkeit, in München eine Montessori- Ausbildung bei Herrn Professor Hellbrügge aus München abzuschließen und am Sozialpädiatrischen Zentrum Erfurt, (Leiter: Dr. Friedemann Schulze) mehrfach zu hospitieren.
  • In Zusammenarbeit mit Büro „impuls“ und dem Landesfilmdienst Thüringen e.V. entstand ein ukrainisch synchronisierter Lehrfilm über die Arbeit eines Sozialpädiatrischen Zentrum am Erfurter Beispiel.
  • Die Montessorischule führte Fortbildungsveranstaltungen für Lviver PädagogInnen von zwei Schulen durch, die das Montessorikonzept auf ihre Arbeit übertragen möchten. Sie erhalten im September 2004 die Möglichkeit, in Erfurt zu hospitieren.



Projektidee


Um die Lviver Bevölkerung, die politischen Gremien und die entsprechenden Fachkräfte dafür zu motivieren, zu aktivieren und zu unterstützen, aktiv an der Gesundheitsförderung ihres Landes mit zu wirken, müssen entsprechende Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt werden. Durch diese Schulungsangebote könnten sich soziale Strukturen etablieren, so dass Hilfe zur Selbsthilfe möglich wird.


Da sich auch Fachkräfte in Polen mit derselben Thematik befassen, entstand die Idee, in der europäischen Fortbildungsstätte Kryzowa (Kreisau) in Polen, Ukrainer und Polen gemeinsam zu schulen bzw. auf diesem Spezialgebiet in einen intensiven interdisziplinären und internationalen Erfahrungsaustausch mit Fortbildungscharakter zu treten.

 

Die Schulung wurde vom 09.10.04 bis 14.10.04 (sechs Tage) zu folgendem Thema umgesetzt:


„Strategien zur Behandlung der Infantilen Cerebralparese im Sozialpädiatrischen Zentrum“

  • Zum Krankheitsbild (Infantile Cerebralparese) – Klinik/ Epidemiologie- Verlauf
  • Möglichkeiten der Rehabilitation 1– Aspekte der Motorik (Krankengymnastik,
    Hilfsmittelversorgung, orthopädische Operationen)
  • Möglichkeiten der Rehabilitation 2- Aspekte der psychischen Entwicklung (kognitive Besonderheiten, leistungspsychologische Aspekte)
  • Möglichkeiten der Rehabilitation 3- Aspekte der sozialen Entwicklung (Sozialrecht, Heil- und Hilfsmittelversorgung)
  • Erfahrungen und Tendenzen in der Betreuung von Kindern mit cerebralen Bewegungsstörungen


Aus der postgradualen Fortbildungsmaßnahme sollen weitere Kontakte mit jeweils aktiven Anteilen seitens aller Beteiligter erwachsen. Die inhaltliche Gestaltung soll dem Stand der Entwicklung der Strukturen angepasst sein, die für die Gründung eines Sozialpädiatrischen Zentrums in der westukrainischen Metropole maßgeblich sind. Deswegen werden weitere Schulungsangebote gemeinsam und sukzessive mit allen Fachkräften festgelegt.

Die gesamte Konzeption zum Aufbau eines Sozialpädiatrischen Zentrums in Lviv / Ukraine können Sie rechts im pdf-Format herunterladen >>

Konzeption Aufbau SPZ

Aufbau_SPZ.pdf